Die Spritpreise erreichen ständig neue Höchstmarken, so dass für viele Autofahrer das Fahrzeug zum Geldschlucker wird. Auch die Preise für Diesel sind inzwischen stark gestiegen, so dass man hier kaum mehr eine Ersparnis gegenüber den Benzinern hat. Damit der Umsatz in der Automobilindustrie nicht zurückgeht, mussten sich die Hersteller Alternativen ausdenken. In der Folge wurden Autos mit Gas-Antrieb entwickelt, die sich immer mehr auf dem Markt durchsetzen. Unterscheiden muss man dabei zwischen Autogas und Fahrzeugen mit Erdgas-Antrieb. Während es sich beim Autogas um Flüssiggas handelt, befindet sich das Erdgas im gasförmigen Zustand. Das Erdgas-Tankstellennetz ist in Deutschland noch nicht so dicht, soll jedoch in den kommenden Jahren stark ausgebaut werden, da die Nachfrage auch immer weiter steigt.
Fahrzeuge mit Erdgas-Antrieb sind in der Anschaffung etwas teurer als Normalbenziner und Dieselfahrzeuge. Viele Menschen haben sich auch erst vor kurzer Zeit einen neuen PKW zugelegt, so dass der Kauf oder die Finanzierung eines neuen Autos gerade nicht in Frage kommt. Es gibt jedoch die Möglichkeit, Fahrzeuge mit einem Otto-Motor auf den Erdgas-Antrieb umzurüsten. Wenn man in Betracht zieht, dass Erdgas etwa 50 % günstiger ist als Normalbenzin, werden sich die Kosten für die Umrüstung schnell wieder amortisieren. Die Kosten für die Umrüstung belaufen sich auf etwa 3.000 bis 5.000 Euro, da spezielle Tanks für das Gas eingebaut werden müssen. Manche Gasversorgungsunternehmen fördern die Umrüstung von Fahrzeugen auch finanziell. Hierzu sollte man sich beim lokalen Anbieter erkundigen.
Beim Tanken kann keine Verwechslung zwischen dem flüssigen Autogas und dem Erdgas vorkommen, da die Tankstutzen unterschiedlich gestaltet wurden. Nach der Umrüstung kann das Fahrzeug dann bivalent betrieben werden, das bedeutet, dass es sowohl mit Benzin als auch mit Erdgas angetrieben werden kann. Falls gerade keine entsprechende Tankstelle erreichbar ist, kann das Fahrzeug mit Normalbenzin angetrieben werden. Die Umrüstung sollte auf jeden Fall in einer Fachwerkstatt durchgeführt werden, damit vom Hersteller eine spezielle Garantie eingeräumt werden kann. Da der Einbau in Ostblock-Staaten wie Polen wesentlich günstiger ist, entscheiden sich viele für eine Umrüstung im grenznahen Ausland. Die Erdgas-Anlage muss jedoch anschließend vom deutschen TÜV abgenommen werden, dazu wird auch eine Original-Rechnung der Werkstatt benötigt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte den Einbau jedoch von einem deutschen Fachbetrieb durchführen lassen, an den man sich auch jederzeit bei Fragen und Problemen wenden kann.
Grundsätzlich kann jedes Auto mit Otto-Motor auf den Erdgas-Betrieb umgerüstet werden, doch eine kleine Einschränkung gibt es. Für den Antrieb mit Erdgas müssen zwei bis drei Gasflaschen mitgeführt werden, die in der Regel im Kofferraum untergebracht werden. Bei kleinen Autos kann es deshalb zu Problemen kommen, da der Kofferraum unter Umständen fast komplett durch den großen Tank ausgefüllt wird. Wenn man die Preise von verschiedenen Werkstätten vergleicht, sollte man unbedingt darauf achten, was in diesen Kosten bereits enthalten ist. Einige Werkstätten bieten die Umrüstung nämlich inklusive der ersten Tankfüllung, einem Zündkerzenwechsel oder dem Eintrag in die Fahrzeugpapiere an.
Die Umrüstung auf Erdgas bringt zahlreiche Vorteile mit sich. In erster Linie natürlich die geringen Verbrauchskosten, hinzu kommt eine Entlastung der Umwelt durch schadstoffärmere Abgase, wodurch die Fahrzeuge auch keinem Fahrverbot bei Smog unterliegen. Wenn einige Menschen das Wort „Gas“ hören, denken sie zwangsläufig an Explosionsgefahr. Davor braucht man bei erdgasbetriebenen Autos keine Angst zu haben, denn die Brandgefahr bei einer Kollision ist sogar geringer als bei benzinbetriebenen Fahrzeugen. Außerdem sind zusätzliche Sicherheitsventile an jedem Gasbehälter angebracht.